Historisches ereignete sich am vergangenen Sonntag im Rottorfer Roddau-Stadion bereits mit dem Anpfiff durch Peter Ahlers. Dieser besiegelte nämlich das erste Vater-Sohn-Duett seit der berühmten Schneider-Achse (Dieter und Manuel, d. Red.) vor vielen Jahren. Seit Sonntag trugen sich nun Horst und Dennis Kuchenbecker in die Annalen der SG ein.
Und als wollte der Fußballgott den Fans, zu Ehren dieses Ereignisses, etwas bieten, kredenzte er ein denkwürdiges Fußballspiel auf den von der Sonne ausgedörrten Rasen.
Die von den Coaches nicht nur neu-formierte sondern auch neu-entwickelte Viererkette der SG machte bereits in der ersten Phase des Spiels einen guten Eindruck und trug merklich zur Attraktivität des Spiels bei. Man dominierte die Partie und musste sich zu beginn lediglich einzelner Konter erwehren. Allerdings konnte der hohe Ballbesitzanteil kaum in Torchancen umgemünzt werden. Die Beste vergab Andy aus spitzem Winkel.
Auf der anderen Seite führte ? wie so oft ? ein Freistoß zur Ernüchterung bei den Gästen. Ein weiter Ball auf den geschätzt 2,10m großen Angreifer führte zur mehr als schmeichelhaften Führung des MTV Rottorf. Zur Pause hieß es demnach 0:1 aus Sicht der großen SG II.
Die zweite Hälfte sollte die von der heißen Oktober-Sonne aufgewärmte Luft weiter anheizen. Ambitioniert ging man in die Zweikämpfe und konnte abermals ein spielerisches Übergewicht erlangen. So kam es, dass Andy nach doppeltem Doppelpass mit seinem kongenialen Sturmpartner Jô den Ausgleich erzielen konnte. Doch damit nicht genug. Dieses geniale Sturmduo servierte den mitgereisten Fans passend zum Oktoberfest ein weiteres Schmankerl. Ein Pass von Andy in die Schnittstelle der Abwehr konnte der flinke Jô zur verdienten 2:1 Führung verwerten. (Jô is back!)
Zuschauer, die bereits jetzt den Heimweg antraten, verpassten nun ein verrücktes Spiel.
Wiedermal war es ein Freistoß, der die bis dato harmlosen Rottorfer ins Spiel zurück brachte. Ungehindert konnte ein diesmal wesentlich kleinerer Rottorfer zum abermals schmeichelhaften Ausgleich einköpfen. Und als sei damit der Ungerechtigkeit nicht schon genüge getan, fand sich der Rottorfer Stürmer nach missglücktem Klärungsversuch erneut vor dem Kasten der SG wieder und vollstreckte Eiskalt zum 2:3. Mit guter Moral und hohem Einsatzwillen hatte jedoch auch der Gast eine passende Antwort parat. Ein feiner Pass vom starken Johannes brachte Calle in optimale Schussposition, so dass er den Ball am herausstürmenden Torwart vorbei ins Netz bugsieren konnte. Nun hatte man erneut Blut geleckt. Etwas zu viel wie es scheint. Denn während man in der Folge hinten sehr offen stand und die Viererkette relativ weit vorne verteidigte, zeigte auch Rottorf, dass Moral kein Fremdwort für diese Mannschaft ist. Ein Laufduell von Höhe der Mittellinie konnte ein Abwehrspieler der SG nicht für sich entscheiden, so dass der schlitzorige Stürmer zu allem Überfluss auch noch Schnido umkurvte und zum 4:3 Endstand einnetzte. Dieses verrückte Endergebnis hätte man jedoch durch das Nutzen der hochkarätigen Chancen von Kuchenbecker Jr. und Lukas noch verändern können. So blieb es in diesem in vielerlei Hinsicht denkwürdigen Spiel beim (un)glücklichen 4:3. Nun heißt es für die 2. Herren, Wunden lecken und (Achtung: Wortspiel) kleinere Kuchen-backen. Gerüchten zur Folge wird Peit im nächsten Spiel übrigens mit seiner Mutter die Innenverteidigung bilden. Damit stellt die SG Scharmbeck/ Pattensen wieder einmal ihre Familiarität unter Beweis. Schön!